Qualitätsoptimierung – ein Balanceakt?

Der Konflikt zwischen quantitativen und qualitativen Zielsetzungen tritt in kaum einem Bereich so prägnant auf wie in der industriellen Produktion.

Zwingt einerseits der vor allem wirtschaftliche Wettbewerbsdruck dazu, alle Potenziale der Rationalisierung und Stückkostenreduzierung konsequent aufzudecken und zu aktivieren, so gilt es andererseits, in der Qualität weiterhin einen Wettbewerbsvorteil zu manifestieren – und das bei aller Kosteneinsparung. Der »überlebensnotwendige Balanceakt« verlangt also, im Markt den Preiskampf und gleichzeitig den Qualitätswettbewerb zu bestehen.

QS-Beauftragte und Produktionsverantwortliche sitzen hier im selben Boot und befinden sich auf demselben Kurs. Böse Zungen behaupten allerdings, wenn sie dabei auch noch auf derselben Seite sitzen, gerät das Boot zwangsläufig in Schräglage.

Gehen wir also davon aus, dass es keinen Konflikt zwischen Quantität und Qualität geben darf!

Ein kontinuierlicher Prozess

Bleiben wir bei dem Vergleich »Balanceakt«, so illustriert dieser recht gut, dass das Gleichgewicht zwischen quantitativen und qualitativen Zielsetzungen bei jedem Schritt neu auszugleichen ist – mal mehr, mal weniger.

Im Zentrum stehen dabei vor allem Qualitätserwartungen des Kunden. Bei aller Optimierung von Durchsatz und Reduzierung der Fertigungskosten gilt es, die Qualität der Produkte sicherzustellen. Das heißt, die entscheidenden Qualitätsparameter auf allen Ebenen der Produktion – von der Vorbereitung bis zur Auslieferung – müssen frühzeitig erfasst werden. Nur das erschließt die Chancen, frühzeitig korrigierend in die Prozesse eingreifen zu können, statt kostenaufwendig Ausschuss auszusortieren. Ein entscheidender Faktor ist in diesem Zusammenhang, die Grenzen der Optimierbarkeit zu erkennen, bevor ein Überschreiten das Quantitäts-/Qualitätsgefüge aus der Balance bringt.

»Ebenen« der Qualitätsoptimierung

Oberstes Ziel, so erklären Produktions- und Qualitätsbeauftragte einhellig, ist es, Fehler in der Produktion zu eliminieren oder zumindest zu reduzieren – und zwar kontinuierlich und nachhaltig. Damit der Fokus dabei auf den richtigen Ebenen liegt, gilt es, den Fehlerbegriff und Einflussfaktoren der Fehlerentstehung zu definieren, zum Beispiel:

  • Mangelnde Qualität (Form, Farbe, Zusammensetzung, …) von Zwischen-/Endprodukt durch
    • falsch eingestellte oder fehlerhafte Anlage
    • Einsatz falscher oder fehlerhafter Materialien
    • Bedienfehler durch Mitarbeiter (z. B. Eingabe falscher Auftrags- oder Anlagenparameter)
  • Fehlerhafte Menge, Verpackung oder Beschriftung

Die Konsequenzen, die aus Qualitätsmängeln resultieren – besonders wenn fehlerhafte Produkte in die Auslieferung gelangen –, können sehr unterschiedlich sein und reichen von Mehrkosten durch Zeit- oder Materialverlust über Lieferverzögerung und Kundenunzufriedenheit bis zu sehr teuren und imageschädigenden Rückrufaktionen.

Was ist also zu tun?

Qualitätskontrolle mittels Proben-Management-System

Das Proben-Management (LIMS = Lab Information Management System) soll im Rahmen der Wertschöpfungskette möglichst frühzeitig Qualitätsprobleme an Materialien, Zwischenprodukten oder dem Endprodukt aufdecken.

Das Wissen um die Ursachen und die richtige Strategie des Gegensteuerns verhindern, dass unnötige Verluste in der Produktion auftreten oder dass Produkte an den Kunden ausgeliefert werden, die den Qualitätsanforderungen nicht entsprechen. Rechtzeitiges Reagieren auf qualitative Unregelmäßigkeiten vermeidet kostenintensive Zeitverluste, Nacharbeitung oder Rückrufaktionen – bis hin zur Erfüllung von Regressansprüchen gegenüber dem Kunden.

In einigen Industriebereichen unterliegen Qualitätskontrolle und Produktionsverläufe einer Dokumentationspflicht. Die aufgenommenen (historischen) Daten / Ist-Werte sind dann über definierte Zeiträume zu speichern und müssen im Bedarfsfall schnell abrufbar sein.

Allgemeine Anforderungen an ein Proben-Management-System:

  • Datenbankbasiertes Anwendungssystem für effiziente Unterstützung bei der Erfassung sowie für flexible und schnelle Auswertungen
  • Offene Architektur für entsprechende Flexibilität bei der Vorgehensweise und dem Workflow der Laborarbeit
  • Manuelle oder zeit- bzw. ereignisgesteuerte Abarbeitung von Probenentnahmeaufträgen
  • Erstellung und Verwaltung von Probeplänen, Zertifikaten und Versanddokumenten
  • Onlineüberwachung von Qualitätswerten mit Benachrichtigungen
  • Schnittstellen zu Messgeräten und anderen Systemen
  • Handhabung von Proben inklusive Lagerung und Etikettierung
  • Erstellung und Verwaltung von Vorlagen
  • Erzeugung und Druck von Barcodemarkierungen für Probenbehälter

Optimal ist in diesem Zusammenhang die Erfassung und Verwaltung externer Labordaten, zumal deren Dokumentation und Verfolgbarkeit ebenfalls unter die Dokumentationspflicht fallen können. Ergänzend kann das Proben-Management-System auch die zentrale Verwaltung von Mess- und Prüfgeräten im Labor und im Feld einbinden – siehe auch: MTE – Measuring and Test Equipment.

Ein professionell konfiguriertes LIMS ist immer so individuell wie das Profil seines Einsatzbereichs. Wir informieren Sie gern über die Möglichkeiten und Vorteile, die Sie für Ihre Qualitätsoptimierung erschließen können. Rufen Sie uns einfach an oder senden Sie uns eine Anfrage per E-Mail.

Einen Vorab-Einblick in das Basis-System der on/off it-solutions gmbh, InfoCarrier® LIMS, das wir qualifiziert und auf den Punkt dimensioniert an die Anforderungen Ihres Unternehmens anpassen, können Sie hier per Mausklick aufrufen.

Fehlervermeidung durch automatisierte Parameterverwaltung

Je komplexer und vielschichtiger ein Produktionsprozess ist, desto mehr Parameter fließen in den Produktionsprozess ein. Dies sind zum einen Auftragsdaten, die in der Regel vom übergeordneten ERP-System erzeugt und an die Produktion übergeben werden – wie zum Beispiel Auftragsnummer, Produkt, Menge, ggf. spezifische Kundenanforderungen, Lieferadresse und weitere Artikelstammdaten.

Hinzu kommen nicht selten weitere Parameter, die beispielsweise in Abhängigkeit der Produktionsanlage oder einzelner Maschinen für bestimmte Artikel verwendet werden müssen. Dies können spezifische Anforderungen für Etikettendrucker, Waagen, Verpackungseinheiten oder auch Fahrprogramme, Temperaturen, Zeiten oder sonstige Prozessdaten sein, die sich durchaus maschinenabhängig unterscheiden.

Die manuelle Eingabe solcher Daten außerhalb des allgemeinen Standards ist erfahrungsgemäß äußerst fehleranfällig. Das gilt besonders bei häufigen Produktwechseln, oder wenn viele unterschiedliche Anlagen, Maschinen oder Linien zum Einsatz kommen.

Qualitätsmängel, wie falsche Aufdrucke oder Fehlfunktionen der Anlagen, die entweder zu Ausschuss, Nacharbeit oder Stillstand führen, sind nicht selten eine Folge der erhöhten Fehlerquote bei manuellen Eingaben. Je größer die Produktvielfalt, desto größer ist die Gefahr von Verlusten.

Eine automatisierte Parameterverwaltung kann die Fehler- und Ausfallrate signifikant reduzieren. Zusätzlicher Nutzen ist die Möglichkeit der Erzeugung von Produktionsprotokollen, der Analyse von Produktionsdaten (z. B. für eine OEE-Auswertung) und der Integration der Parameterverwaltung in die betriebliche Auftragssteuerung.

Wesentliche Anforderungen an ein System für automatisierte Parameterverwaltung (LEM – Line & Equipment Management):

  • Einfache Bedienoberfläche – optional mit Codescanner-Anbindung
  • Flexibles Datenmodell zur einfachen Erweiterung um zusätzliche Anlagen
  • Bidirektionale Kopplung zu verschiedenartigen externen Systemen (wie ERP, MES, PLS, PLM)
  • Möglichkeiten zur Analyse und Auswertung gespeicherter Daten
  • Modulare und flexible Maschinenschnittstelle auch für Maschinen, die nicht in ein PLS integriert sind.

Informieren Sie sich in diesem Zusammenhang bitte auch über das flexible Basis-System der on/off it-solutions gmbh, InfoCarrier® LEM, das wir qualifiziert an Ihre individuellen Anforderungen Ihres Unternehmens anpassen – maßgenau dimensioniert.

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Wir, die Teams der on/off it-solutions gmbh, unterstützen Sie qualifiziert bei der Umsetzung Ihrer Aktivitäten rund um die Qualitätsoptimierung.

... und wenn Sie sich in diesem Zusammenhang für ein verlässliches System interessieren, mit dem Sie Fehler- oder Qualitätskennzahlen komfortabel erfassen und bewerten können, finden Sie hier Informationen zur Verbesserung der Produktions-Effizienz.

Wir stehen an Ihrer Seite – vom unverbindlichen Informationsgespräch bis zur technischen Perfektion.
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